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Kasernen 

Kaserne an der Landwehrstraße, Atter

Standort
37 Hektar umfasst das Gelände der ehemaligen Landwehrkaserne und war einst der zweitgrößte Standort in Osnabrück. Im September 2008 wurde die Kaserne an die BImA übergeben. Das bisher für die Bürger unzugängliche Gelände weist eine Mischung aus altersschwachen und neuwertigen Gebäuden auf. Die vorhandenen Sportanlagen werden vom ortsansässigen Osnabrücker Sportclub (OSC) genutzt.

Historie
Ihren Ursprung hat die Kaserne an der Landwehrstraße als „Barackenlager Eversheide“ der Wehrmacht, die dieses für ein Ersatzbataillon des Osnabrücker Infanterieregiments erbaute. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Lager als Gefangenenlager für kriegsgefangene Offiziere, meist südosteuropäischer Abstammung genutzt. Bemerkenswert ist, dass es den Gefangenen, die meist jüdischem Glaubens waren, auch in dieser Zeit erlaubt war ihren Glauben auszuüben. Es gab sowohl eine Synagoge als auch einen Rabbiner. Der Haupteingang des Lagers befand sich auch in dieser Zeit schon in Richtung Landwehrstraße, ebenso die zentralen Versorgungseinrichtungen.
Mit dem Ende des Krieges wurde das Lager Eversburg von den Briten übernommen und genutzt. 1951 erfolgte ein Ausbau auf die heutige Größe und die Umbenennung in „Quebec Barracks“. Diesen Namen behielt die Kaserne bis zur Übergabe an die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2008. Die Kaserne wurde auch in den letzten Jahren unter britischer Führung modernisiert. Speziell die ab  2000 errichtete Sporthalle, das neue Kasino, die Werkstattgebäude und einige moderne Unterkünfte sind so auch noch aktuell und in Zukunft nutzbar und in die zukünftige Entwicklung der Flächen der Kaserne an der Landwehrstraße integriert.
Erhalten wird ebenfalls die „Baracke 35“, als Denkmal der knapp 60-jährigen militärischen Nutzung des Gebietes.      

Ideenwettbewerb
Zur städtebaulichen Entwicklung des Kasernenareals wurde am Dienstag, 16. April 2013 ein Wettbewerbsverfahren von der ESOS ausgelobt. An dem zweiphasigen Verfahren nahmen 25 Architekturbüros teil. Vorgegeben war unter anderem, dass 550 bis 600 Wohnungen geschaffen werden sollten. Weiterhin soll neben der Wohnnutzung auch die Möglichkeit der Ansiedlung von Gewerbebetrieben, Sport- und Freizeitanlagen sowie die Verlegung der Autowerkstatt der Polizei berücksichtigt werden. Die Entwicklung des Geländes soll sich vor allem imagestärkend auf die angrenzenden Stadtteile Atter und Eversburg auswirken. Das Wettbewerbsverfahren wurde durch eine breite Bürgerbeteiligung begleitet. Das transparent gestaltete Verfahren sollte vor allem dazu dienen, die Wünsche der Bürger zu berücksichtigen.

Preisträger
Am 6. November entschied das Preisgericht über den Gewinnerbeitrag und wählte den Entwurf des Architektur- und Stadtplanungsbüros Thomas Schüler aus Düsseldorf aus. Der Entwurf weist eine hohe städtebauliche Qualität auf und erscheint dem Preisgericht als gute Ergänzung zu den vorhandenen Stadtteilen. Prägend sind vor allem die Gestaltung der Grünen Mitte in dem Gebiet und die kleineren Teilquartiere die sich durch unterschiedliche Wohntypen zusammensetzen sollen.    

Thomas Schüler
Der Architekt erhofft sich, dass das Quartier zwar eine eigene Identität entwickelt, jedoch trotzdem als Verbindung zu den schon bestehenden Stadtteilen dient. Dies soll vor allem dadurch erreicht werden, dass in der Planung die Grünstruktur aus der Nachbarschaft in das neue Quartier übertragen wird. Die geschaffenen Freiräume sollen vor allem zur Kommunikation dienen. Dazu gehören zum einen der Grünring um das Gelände herum und zum anderen die Grüne Mitte des Gebietes. Zwar soll das Gelände als Wohngebiet genutzt werden, doch stellt sich Schüler eine Mischung von Nutzungsmöglichkeiten vor. Beispielsweise soll sich ein Nahversorger auf der Fläche ansiedeln. Die Wohnquartiere wiederum sollen sich an der Entwicklung der Lebensstile anpassen und somit eine Mischung von neuen Wohnmodellen beinhalten.


Ausblick 2014
Am Montag, 27. Januar 2014, haben die Abbrucharbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne an der Landwehrstraße offiziell begonnen. Der Großteil der insgesamt 70 Gebäude wird komplett abgerissen, zudem wird die vorhandene Infrastruktur zurückgebaut. Noch innerhalb dieses Jahres sollen die kompletten Rückbauarbeiten auf dem 37 Hektar großen Areal abgeschlossen sein.
Parallel erarbeitet die Stadt aus dem Preisträgerentwurf einen gültigen Bebauungsplan, sodass nach den Abbrucharbeiten mit der Neugestaltung des Geländes begonnen werden kann.

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