Wenn sich ein Dach für Solarenergie eignet, ergibt sich die Frage, ob man eine Photovoltaik- oder eine Solarthermieanlage installieren möchte. Im folgenden sind einige Punkte aufgezählt, die jeweils für eine Photovoltaikanlage oder eine Solarthermieanlage sprechen, um den Eigentümern eine erste Entscheidungshilfe anzubieten.
Photovoltaik
Bei dem Photovoltaik-Verfahren kann Solarenergie direkt in Solarstrom umgewandelt. Der produzierte Strom kann entweder selbst verbraucht oder ganz bzw. teilweise in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Der eingespeiste Strom wird nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) gesetzlich vergütet. Nach dem Gesetz ist der Stromnetzbetreiber verpflichtet, den solar erzeugten Strom gegen eine Einspeisevergütung über 20 Jahre abzunehmen. Derzeit ist eine Kürzung der Solarförderung im Gespräch. Aufgrund der gesunkenen Preise der Module wäre in den meisten Fällen auch mit den voraussichtlichen Kürzungen, eine Solarstromanlage immer noch rentabel, wenn auch mit geringerer Rendite. Um ein Einfamilienhaus komplett mit Solarstrom versorgen zu können, sind zirka 30 Quadratmeter Solarmodule mit einer Leistung von drei bis vier Kilowatt erforderlich. Eine 100 Prozent Ausschöpfung des Solarenergiepotenzials erfordert eine absolute Südausrichtung des Daches, eine Dachneigung von zirka 35 Grad und eine unverschattete Dachfläche.

Photovoltaikmodel, Quelle: shutterstock.com, RosLobsos
Solarthermie
Bei dem Verfahren der Solarthermie absorbieren Kollektoren die Wärme der Sonneneinstrahlung, die man dann zur Wassererwämung oder Heizungsunterstützung nutzen kann. Wegen der inzwischen gut entwickelten Technik besitzen solarthermische Anlagen mittlerweile eine Nutzungsdauer von über 20 Jahren. Aufgrund der steigenden Preise für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas ist eine Installation einer Solarthermie-Anlage durchaus sinnvoll, denn damit kann die Heizkostenabrechnung deutlich gesenkt werden. Insbesondere wenn eine Dachsanierung oder eine Heizungserneuerung ansteht, bietet sich ein Einbau an. Auch bei einem Neubau ist eine Solarthermieanlage zu empfehlen wenn die Dachausrichtung für eine Solaranlage geeignet ist. Maximale Erträge für die Brauchwassererwärmung erhält man bei südlicher Dachausrichtung und einer Neigung von 35 Grad. Heizungsunterstützende Solaranlagen sollten in einem steileren Winkel installiert werden, da die Heizung im Winter benötigt wird. Allerdings ist eine Anlage zur Heizungsunterstützung in der Regel nur bei einer Niedertemperaturheizung und guter Dämmung des Hauses rentabel.