Mit dem Bau der neuen Trauerhalle auf dem Heger Friedhof (Eingang Rheiner Landstraße) im Jahre 1936 wurde das Krematorium der Stadt Osnabrück errichtet. Die Gestaltung des Krematoriums geht auf die Planungen der Architekten Springer, Lemcke und Brinkmann aus Hannover zurück. Die ursprüngliche Anlage mit zwei Öfen wurde mit Unterstützung des Feuerbestattungsvereins erbaut. Der Sinnspruch "Flamme löse das Vergängliche, befreit ist das Unsterbliche" ist noch immer an der denkmalgeschützten Front des Krematoriums zu sehen.
In den Jahren 1993-95 wurde an den älteren Gebäudekomplex ein neues Krematorium mit einer moderneren Filtertechnik und zwei Öfen angebaut. Aufgrund gestiegener Umweltanforderungen wurde das Krematorium 2008/2009 modernisiert. Die Kapazität des modernisierten Krematoriums umfasst derzeit ca. 4000 Einäscherungen pro Jahr.
Die kontinuierlich gemessenen Emissionen liegen nun weit unter den gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten. Das Krematorium Osnabrück erwirtschaftet keinen Gewinn. Die Gebühren für die Einäscherung, die Bestattung und die Grabstätten werden dementsprechend jährlich neu kalkuliert.
In Zusammenarbeit mit den Bestattungsunternehmen bietet das Krematorium der Stadt Osnabrück den Hinterbliebenen einen individuellen und professionellen Service für eine stilvolle und würdige Einäscherung der/des Verstorbenen.
In Osnabrück werden im Jahr zurzeit ca. 3000 Einäscherungen durchgeführt. Die Tendenz, sich für einen Feuerbestattung zu entscheiden nimmt in den letzten Jahren stetig zu.Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung beraten Sie gern und beantworten Ihre Fragen. Gerne zeigen wir Ihnen die Räumlichkeiten und erklären die Abläufe vor Ort. Jeden zweiten Donnerstag im Monat um 13.30 Uhr findet eine Führung im Krematorium statt. Treffpunkt ist der Verwaltungseingang links neben der großen Kapelle des Heger Friedhofes, Rheiner Landstr. 168. Für weitere Informationen oder Terminvereinbarungen für individuelle Gruppenführungen wenden Sie sich bitte an einen der unten genannten Ansprechpartner. Diese und weitere Informationen können Sie auch gerne in dem Flyer "Das Krematorium der Stadt Osnabrück" nachlesen.
Umgang mit Metallen
Regelmäßig bieten die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung Führungen im Krematorium an. Sie informieren die Besucher über alle technischen und rechtlichen Regelungen, die wichtig für das Verständnis der Einäscherung sind. Deshalb wird allen Menschen, die Fragen zu diesem Thema bewegen, ein persönlicher Besuch im Krematorium angeraten, weil anders die komplexen Vorgänge im Krematorium nur schwer nachvollzogen werden können.
Bei diesen Führungen werden die Besucher auch darüber aufgeklärt, wie bei einer Kremierung mit Metallen umgegangen wird.
Nach der Kremierung muss die Totenasche gemahlen werden. Die Walzen der Aschenmühle können Bestandteile wie Sargnägel, künstliche Gelenke und andere Metallstücke wie edelmetallhaltige Implantate nicht verarbeiten. Manche Implantate sind zudem zu groß für eine Urne. Deswegen werden große und magnetische Metallteile vor dem Mahlen entnommen. In der Aschenmühle selbst werden kleinere und auch nichtmagnetische Teile mittels Wirbelstromverfahren abgetrennt, damit die verbleibende Asche gemahlen werden kann.
Mit dem Einverständnis der Angehörigen werden Edelmetallreste, deren Separation nach der Verbrennung technisch unvermeidlich ist, durch zertifizierte Fachbetriebe verwertet. Der Erlös kommt ausschließlich dem Gebührenhaushalt des Krematoriums zu gute. Die Abscheidung von Wertstoffen ist durch die technischen Anforderungen der Aschenmühle und die Größe einer Urne unvermeidbar. Für eine dauerhaft umweltgerechte Bestattung ist es sinnvoller, diese Wertstoffe einer geregelten Verwertung zuzuführen, als sie nachträglich in Urnen zu legen oder gesondert beizusetzen.
Die Komplexität der technischen Anlagen eines Kremationsofens, mit festen und bewegten Bauteilen im Hochtemperaturbereich, kann aber dazu führen, dass kleine Metallteile zurückbleiben und erst bei einem späteren Kremationsvorgang ausgetragen werden. Des Weiteren können Metalle, wie z.B. Gold, Silber, Platin, Palladium, auf Grund der hohen Temperaturen im Ofeninnenraum bei einer ordnungsgemäßen Kremation auf anderen Metall- und Schlackenteilen als geschmolzene Partikel anhaften. Insofern könnten bei einer nachträglichen Zuordnung immer wieder kleine Metallteile fehlen oder erst bei der nächsten Urne wieder in der Asche zu finden sein. Eine hundertprozentige Zuordnung ist daher nicht möglich.
Weitere Fragen beantworten die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung gern während der Führungen, die jeden zweiten Donnerstag im Monat um 13.30 Uhr, stattfinden. Treffpunkt: Verwaltungseingang links neben der großen Kapelle des Heger Friedhofs, Rheiner Landstraße 168. Darüber hinaus ist es auch möglich, unter der Telefonnummer 0541-323-2435 weitere Termine für Gruppenführungen zu vereinbaren.










