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Ausstellung 

Lydia Goldblatt – Still Here

Anlässlich des 32. Bielefelder Fotosymposiums "The Jewish Engagement with Photography" im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus am 29. und 30. November zeigt die in London lebende Fotografin Lydia Goldblatt vom 29. November bis 27. Januar in dem Osnabrücker Ausstellungshaus eine Auswahl von 27 Fotoarbeiten, in denen sie sich mit existentiellen Fragen auseinandersetzt, die um Erfahrungen innerhalb ihrer Familie kreisen.

Lydia Goldblatt ist auf der Suche. Die Kamera dient ihr dazu, die Welt zu befragen als einen Ort, der sich in ihrem Blick spiegelt. Dieser bricht in ihren fotografischen Erkundigungen auf, teilt Licht und Schatten, senkt sich in die Tiefe des Gesehenen und entdeckt, dass sich entzieht, was als Unverrückbar galt. Die Beobachtungen der Eltern setzen eine Verbundenheit ins Bild, die zugleich den Prozess der Lösung enthält. Die intime Sicht auf das Sterben des Vaters, auf die eingeschriebenen Spuren in die Körperlichkeit der Mutter, erweist sich als jene Flüchtigkeit, die mit dem Festhalten des erlebten Augenblicks verknüpft ist, ein Anhalten der Vergänglichkeit.

Das dokumentarische Werk der Erinnerung an die familiäre Eingebundenheit setzt jedoch nicht allein auf die Kraft des herausgehobenen Ereignisses. Es bietet Raum für Zeit, die das Erlebte übersteigt und in den vergehenden Körpern zugleich nach dem fragt, welche Erfahrungen sie gespeichert haben mögen. Jedes Foto repräsentiert einen vergangenen Moment. Lydia Goldblatts Fotografien lassen darüber hinaus fragen, was vor den fotografierten Augenblicken sich ereignete. Sie lenken den Blick auf eine Vergangenheit, die durch die Empathie der Fotografien für ihre Eltern ins Bild überführt wird - vergegenwärtigt als Erfahrungen einer jüdischen Familie im Londoner Exil.
 

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