Das Rathaus in Osnabrück.

Pistorius spricht mit Vertretern der Religionsgemeinschaften über Hass-Video

Anlässlich der aktuellen Diskussion und Auseinandersetzung über das Hass-Video, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, hat Oberbürgermeister Boris Pistorius am Freitag, 21. September, die Vertreter der Religionsgemeinschaften zu einem Austausch ins Rathaus eingeladen.

In dem Gespräch hob Pistorius besonders das durch Vertrauen getragene Miteinander der Religionen in der Friedensstadt hervor. "Wir – auch diejenigen, die keiner Religion angehören – pflegen ein von Toleranz und Respekt geprägten Umgang miteinander. Insofern ist unser Zusammentreffen ein Zeichen des Friedens." Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass diese Praxis auch durch ein Machwerk wie dieses Hass-Video in der Friedensstadt nicht gestört werden könne.



Von links: Reinhold Mokrosch ("Religionen für den Frieden", Sprecher des Runden Tisches der Religionen), Hans-Georg Meyer-ten Thoren (stellv. Ev. Superintendent), Muhammad Arslan (Imam d. Milli-Görüz-Gemeinde), Katharina Opladen (Büro für Friedenskultur, Stadt Osnabrück), Michael Grünberg (Vors. d. jüdischen Gemeinde), Hasan Agirbas (Imam d. Ditib-Gemeinde), Dua Zeitun (Ibrahim-Al-Khalil-Moschee, Schura Niedersachsen), ein Sprecher Milli-Görüs-Gemeinde, Aloys Lögering (Arbeitskreis d. Religionen in Osnabrück), Oberbürgermeister Boris Pistorius, Günter Baum (Vors. d. Arbeitsgemeinschaft christl. Kirchen in Osnabrück), Dr. Carl Heinrich Bösling (Direktor d. Volkshochschule)

Unterschiedliche Auffassungen gab es über die Frage, ob der Film verboten werden solle. Der OB vertrat die Auffassung: "Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Wir sollten diesen Film nicht durch ein Verbot aufwerten. Außerdem bin ich überzeugt, dass unsere Gesellschaft Derartiges aushält." Hasan Agirbas, Imam der Ditib-Gemeinde, erinnerte daran, dass der Prophet Mohammed selbst auf derartige Schmähungen gelassen und besonnen, keinesfalls mit Gewalt reagiert hätte.

Reinhold Mokrosch, Sprecher des Runden Tisches der Religionen, betonte: "Wir legen in der Friedensstadt sehr viel Wert darauf, dass wir nicht nur friedlich nebeneinander, sondern auch friedlich miteinander leben. So leben wir zusammen."

Die Teilnehmer kritisierten aber nicht nur dieses Video, sondern auch die Gewaltexzesse, mit denen die Religion instrumentalisiert werde.

In der gemeinsamen Erklärung des "Runden Tisches der Religionen Osnabrück" heißt es: "Unsere Religionen verfügen über Friedenspotentiale, die in vielen Konflikten weltweit aktiviert worden sind und im Sinne einer Kultur der Gewaltfreiheit immer wieder aktiviert werden. Das Tötungsverbot, die Ehrfurcht vor jedem Leben und die Geschöpflichkeit aller Menschen sind ethische Grundlagen unseres Glaubens… Deshalb wenden wir uns gegen jegliche Provokation und Beleidigung der anderen Religion."

Erklärung des "Runden Tisches der Religionen Osnabrück" zu dem antiislamischen Spottvideo und zu den  Gewaltexzessen:

"Wir, die Vertreter der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam in Osnabrück, sind tief betroffen sowohl von dem beleidigenden  antiislamischen Video als auch von den fanatischen, brutalen  Reaktionen mit Mord, Gewalt und Zerstörungen. Wir verurteilen beides auf’s schärfste. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf  freie Religionsausübung darf niemals den Frieden zerstören.

Unsere Religionen verfügen über Friedenspotentiale, die in vielen Konflikten weltweit aktiviert worden sind und im Sinne einer Kultur der Gewaltfreiheit immer wieder aktiviert werden. Das Tötungsverbot, die Ehrfurcht vor jedem Leben und die Geschöpflichkeit aller Menschen sind ethische Grundlagen unseres Glaubens. Sie sind für uns verpflichtend bei der Lösung von Konflikten. Deshalb wenden wir uns gegen jegliche Provokation  und  Beleidigung der anderen Religion. Wir engagieren uns für Rechts- und Friedensordnungen, welche unseren Grundlagen entsprechen. Toleranz, Respekt und konstruktive Kritik in und zwischen den Religionen und Konfessionen sind Voraussetzungen für Frieden.

Wir treten in unserer Friedensstadt Osnabrück für kritische Toleranz ein und distanzieren uns von jeder Form von Gewalt."

Die Mitglieder des „Runden Tisches der Religionen Osnabrück“: Friedemann Pannen (ev. Superintendent), Dr. Hermann Wieh (kath. Stadtdechand); Günter Baum (Vors. der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Osnabrück), Michael Grünberg (Vors. der jüdischen Gemeinde), Muhammad Arslan (Imam der Milli-Görres-Gemeinde), Hasan Agirbas (Imam der Ditib-Gemeinde), Dr. Carl Heinrich Bösling (Direktor der Volkshochschule), Aloys Lögering (Arbeitskreis der Religionen in Osnabrück), Prof. Dr. Reinhold Mokrosch („Religionen für den Frieden“, Sprecher des Runden Tisches der Religionen)

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