Im Rahmen des Handgiftentages hat Oberbürgermeister Boris Pistorius den langjährigen Präsidenten der Hochschule Prof. Dr. Erhard Mielenhausen am Montag, 2. Januar mit der Justus-Möser-Medaille geehrt.
Mit der höchsten Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat, werden Persönlichkeiten der Stadt geehrt, die sich im Sinne Justus Mösers in hervorragender Weise um das öffentliche Wohl verdient gemacht haben. "Und das haben Sie unzweifelhaft getan", sagte Pistorius. "Zwischen Ihnen und der Hochschule ist eine kongeniale Wechselbeziehung entstanden, durch die Sie die Entwicklung der Hochschule geprägt und vorangetrieben haben. Wenn ich nach einem Vergleich suchen sollte, dann würde ich Sie den Schlagzeuger der Osnabrücker Hochschulentwicklung nennen. So wie das Schlagzeug das Rückgrat jeder Rockband ist, so sind Sie als Präsident das stabile Rückgrat der Entwicklung der Osnabrücker Hochschule gewesen. Und was ist in dem Viertel Jahrhundert alles passiert: 1995 titelte die Neue Osnabrücker Zeitung: 'Neues Studium soll alte Zöpfe abschneiden: Verwaltungsmanager kommen bald aus Osnabrück'. 1998 wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass die Fachhochschule Juristen ausbildet. 2002 wird aus der Fachhochschule die erste Stiftungshochschule in Niedersachsen. 2005 belegt die FH einen Spitzenplatz beim Hochschulranking. Und 2009 übernimmt die FH das Spielcasino an der Vitischanze für den Studiengang "Industrial Design".
Als Sie 1981 erstmals zum Rektor gewählt worden sind, hatte die FH noch 2000 Studenten, heute studieren über 7000 junge Menschen an der Hochschule in 20 Fachrichtungen, unter anderem Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Theater- und Musikpädagogik, Kommunikationsmanagement und Maschinenbauinformatik. Diese eindrucksvollen Zahlen belegen die nicht minder eindrucksvolle Entwicklung der Hochschule. Dabei nutzten Sie stets günstige Umstände: Nach der welthistorischen Wende von 1989 wurden ehemals militärisch genutzte Flächen frei, die Sie vorzüglich für den Ausbau und die Weiterentwicklung der FH brauchen konnten. Und so kann man sich kaum noch vorstellen, dass die Caprivikaserne früher nicht zur Hochschule gehört hat. Aber es ist noch gar nicht so lange her – es war im Jahre 2004 – dass der Caprivi-Campus von Professoren und Studierenden übernommen werden konnte. Und insofern Sie die die Entwicklung der Hochschule auf die genannte Art und Weise vorangetrieben haben, haben Sie eben auch die Stadtentwicklung maßgeblich geprägt und gefördert. Denn ohne die Studenten der Hochschule, gäbe es zahlreiche Kneipen und Diskotheken nicht, die von Studenten besucht werden. Die Kaufkraft wäre wesentlich geringer und wir hätten auch weniger Arbeitsplätze – immerhin ist die Hochschule selbst einer der größten Arbeitgeber in der Stadt und sie sichert darüber hinaus Arbeitsplätze, indem sie etwa Aufträge an die hier ansässigen Bauunternehmen vergibt. Die Hochschule ist es auch gewesen, die der Entwicklung des Westerbergs und des Stadtteils Haste ihren Stempel aufgedrückt hat.
Dass die Friedensstadt Osnabrück Hochschulstandort ist, ist ein unschätzbarer Standortvorteil für das Image, das für junge Menschen gerade so wichtig ist. Und gerade weil der Anteil der Hochschule – aber auch der Universität – für die Stadtentwicklung so wichtig ist, gerade deswegen bin ich auch froh, dass Hochschulen und Stadt immer gut miteinander kooperiert haben."





