Das Rathaus in Osnabrück.

Ursachen und Verlauf

Königin Christina von Schweden
Königin Christine
König Gustav II. Adolf von Schweden
Gustav II.
Das Marodieren 1633
Das Marodieren
Das Marodieren 1633
 
Dreißig Jahre Krieg in Deutschland. Verschiedene Gruppierungen des Reiches kämpfen gegeneinander. Es geht um nicht weniger als die politische Neuordnung und die religiöse Ausprägung Mitteleuropas. Einige Landesfürsten verbünden sich mit europäischen Nachbarn und kämpfen gemeinsam gegen ihre Landsleute. Andere europäische Mächte schließen sich gegen das Reich und den Kaiser zusammen.

Eine düstere, bürgerkriegsähnliche und für uns heute schwer vorstellbare Vision. Eine Situation, die allerdings zu Beginn des 17. Jahrhunderts Wirklichkeit war. Die Konflikte bestanden damals zwischen den Ständen und den Fürsten, zwischen den Reichsstädten und dem Kaiser, zwischen katholischen und protestantischen Staaten sowie zwischen den Machtblöcken Habsburg und Frankreich (Bourbonen).

Wie aber konnte es zu diesem langanhaltenden Krieg kommen, wie verlief er, wie konnte er beendet werden und wie wirkte er sich auf Osnabrück aus?

Von 1618 bis 1648 wütete in großen Teilen Mitteleuropas der Dreißigjährige Krieg, wie ihn bereits die Zeitgenossen nannten. Die kriegerischen Auseinandersetzungen verliefen dabei nicht kontinuierlich 30 Jahre lang an allen Orten gleichzeitig. Der Krieg lässt sich vielmehr in verschiedene Phasen regional unterteilen, welche die diversen Kriegsteilnehmer und ihre Motive markieren.

Vorgeschichte

Die Situation im damaligen Europa wurde stark von den Habsburgern, die seit 1438 den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation stellten, bestimmt. Sie wollten nicht nur die Politik des Reiches, sondern auch dessen konfessionelle Prägung festlegen und die inzwischen protestantisch gewordenen Länder zum Katholizismus zurückführen. Gegen dieses Vorhaben leisteten einige protestantische Länder Widerstand. Der Konflikt mündete in die erste Phase des Dreißigjährigen Krieges, den Böhmisch-Pfälzischen Krieg, der durch den "Prager Fenstersturz" ausgelöst wurde.

Prager Fenstersturz

Am 23. Mai 1618 stürzten mehrere Vertreter des protestantischen böhmischen Adels zwei katholische kaiserliche Statthalter aus dem Fenster der Prager Königsburg Hradschin. Hauptgrund für die Ständevertreter war, dass die ihnen 1609 im Majestätsbrief zugesicherte freie Religionsausübung jetzt von dem neuen habsburgischen König Ferdinand II. von Böhmen auf dem kurz zuvor stattgefundenen Landtag verweigert wurde. Der König, unterstützt durch Heere der katholischen Liga, stand fortan den böhmischen Ständen, die sich mit protestantischen Landesherren verbündet hatten, feindlich gegenüber.

Zuerst setzten die Stände Ferdinand II. als böhmischen König ab und wählten dafür den calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zu seinem Nachfolger. Nach seiner Wahl zum römisch-deutschen Kaiser 1619 nahm Ferdinand II. Friedrichs Vertreibung in Angriff. Nachdem die Truppen des Kaisers in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gesiegt hatten, ließ Ferdinand einige der böhmischen Adeligen hinrichten, die an der Wahl Friedrichs und dem Aufstand beteiligt gewesen waren. Böhmen wurde zwangsweise rekatholisiert, der "Winterkönig" Friedrich V. floh, und Maximilian I. von Bayern, ein Schwager Ferdinands, wurde - weil er auf Seiten des Kaisers mitgekämpft hatte - Kurfürst der Pfalz.

Durch die Skizzierung dieses Teilkrieges wird deutlich, dass das Ergebnis des Krieges nicht dauerhaft friedensstiftend wirken konnte. Drohende Machtverschiebungen riefen ständig neue Mächte auf den Plan. Ähnliches lässt sich von den Ergebnissen der übrigen Kriege sagen, die deshalb in andere Konflikte mündeten oder weitergeführt wurden, so dass nach fast 30 Jahren immer noch gekämpft wurde.

Der Dänisch-Niedersächsische Krieg

Der Dänisch-Niedersächsische Krieg 1623 - 29 ergab sich aus dem Böhmisch-Pfälzischen Krieg: Nach der Flucht Friedrichs V. und der Niederlage der Stände drangen im Zuge der Kämpfe kaiserliche Truppen bis nach Norddeutschland vor und standen dort den protestantischen Gegnern des Kaisers gegenüber.

Der protestantische dänische König Christian IV., der zugleich Herzog von Holstein und Oberst des niedersächsischen Reichskreises war, griff daraufhin in die Kämpfe ein. Sein Eingreifen war einerseits religiös motiviert, andererseits wollte er reiche norddeutsche Kirchenstifte für seine Söhne sichern und seinem Konkurrenten, dem schwedischen König Gustav II. Adolf, zuvorkommen. Gemeinsam mit Christian kämpften Truppenverbände aus den nördlichen Niederlanden und aus England sowie der Söldnerführer Graf Ernst II. von Mansfeld. Auf kaiserlicher Seite standen ihm die Feldherren Johann Tserclaes von Tilly und Albrecht von Wallenstein gegenüber. Letzterer drang bis nach Jütland in Dänemark vor und eroberte ganz Norddeutschland.

Der Krieg wütet

In dieser für ihn günstigen Situation erließ der Kaiser das Restitutionsedikt, nach dem seit 1552 von den Protestanten eingezogene säkularisierte Kirchengüter an die vormaligen Besitzer zurückzugeben waren. Gegen das Restitutionsedikt regte sich Widerstand, sogar auf katholischer Seite, da auch die katholischen Reichsfürsten extreme kaiserliche Gewalt nicht akzeptieren wollten. Hinzu kam Misstrauen der kaiserlichen Verbündeten gegen den selbstherrlichen Generalissimus Wallenstein, der verheerende Plünderungszüge durch deutsche Lande unternahm.

Das kaiserlich-katholische Übergewicht veranlasste nun die Schweden, in den Krieg einzugreifen. König Gustav II. Adolf landete 1630 mit seinen Truppen in Pommern. Ein Motiv für sein Eingreifen war sicherlich seine lutherische Konfession; den Glaubensbrüdern in Norddeutschland sollte geholfen und der Protestantismus gerettet werden. Andererseits wollte Gustav Adolf die Situation nutzen, um seine Ostseeherrschaft zu erweitern und Teile Deutschlands in sein zu errichtendes schwedisches Großreich einzugliedern. Frankreich - obwohl katholisch - unterstützte das Eingreifen Schwedens finanziell, um die Einschränkung der kaiserlich-habsburgischen Macht voranzutreiben.

Gustav Adolf kämpfte äußerst erfolgreich und drang mit seinen Truppen über München hinaus vor. Am 6. November 1632 fiel der König allerdings in der Schlacht von Lützen. Seine noch minderjährige Tochter Christine übernahm - vertreten durch einen Regentschaftsrat beziehungsweise den schwedischen Reichskanzler Axel Oxenstierna - die Regierungsgeschäfte. Die protestantischen Truppen mussten in der Folge Niederlagen einstecken.

Daraufhin schlug der Kaiser einen Friedensschluss vor, den Prager Frieden von 1635. Nahezu alle Reichsstände stimmten dem für den Kaiser vorteilhaften Friedensschluss zu, wofür er im Gegenzug das Restitutionsedikt zurücknahm.

Frankreich tritt in den Krieg ein

Daraufhin trat Frankreich in den Krieg ein. Es kämpfte auf protestantischer Seite, um gegen die Hegemonialansprüche Habsburgs vorzugehen. Der von 1635 - 1648 andauernde Schwedisch-Französische Krieg zerstörte weite Teile Deutschlands. Die Kontributionen (Sondersteuern), die von der Bevölkerung für den Krieg aufgebracht werden mussten und die häufig stattfindenden Plünderungen der durchs Land ziehenden Söldnerheere zerstörten das Land und dezimierten die Bevölkerung.

Der Frieden naht

Die Kriegsparteien erkannten, dass der Krieg nicht mehr lange weitergeführt werden konnte und keine Macht den Sieg erringen würde. Nach 13 Einzelkriegen, 10 Friedensschlüssen und vielen Veränderungen innerhalb der Ziele der einzelnen Mächte wurde der Entschluss gefasst, den Krieg politisch zu beenden. In Osnabrück und Münster wurden Friedensverhandlungen aufgenommen und schließlich am 24. Oktober 1648 durch den Westfälischen Friedensschluss erfolgreich beendet.

Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. In den folgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Osnabrück zu Beginn und während des Krieges aussah, was in der Stadt passierte, und wie der Krieg und der Frieden sich vor Ort auswirkten.

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