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Zeitzeugen 

Zeitzeugen-Arbeitskreis in der Villa Schlikker

Im Arbeitskreis "Zeitgeschichte" des Kulturgeschichtlichen Museums treffen sich in der Villa Schlikker Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit miterlebt haben. Zeitzeugen und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Treffpunkt ist jeweils einmal monatlich mittwochs um 10.30 Uhr in der Villa Schlikker, direkt neben dem Hauptgebäude des Kulturgeschichtlichen Museums. Der Eintritt ist frei.

Auch Schulklassen, die Interesse an bestimmten Themen haben, sind herzlich willkommen. Aus organisatorischen Gründen wird darum gebeten, sich frühzeitig mit dem Kulturgeschichtlichen Museum unter Telefon 0541 323-2207 in Verbindung zu setzen.

Programm 2014

Mittwoch, 19. März, 10.30 Uhr
"Nie wieder Krieg!" – Wir verfassen ein "Humanitäres Manifest"
Seit einem vollen Jahrzehnt trifft sich das "Forum Zeitgeschichte", um unter dem Motto "Nie wieder Krieg!" gemeinsam über die Zeit des Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg mit seinen Ursachen und Folgen und die Nachkriegszeit zu sprechen. Zeit für eine Bilanz: Welche Lehren sollten aus den Erlebnissen mit dieser Zeit gezogen werden? Welche Erfahrungen können an die nächsten Generationen weitergegeben werden? In drei Sitzungen wird versucht, gemeinsam ein "Humanitäres Manifest" zu verfassen. Dieses soll insbesondere jüngeren Menschen Einblicke in die erlebte Welt der älteren Generationen geben und dadurch Möglichkeiten aufzeigen, wie in Zukunft antidemokratischen, totalitären Tendenzen zu begegnen ist.

Mittwoch, 30. April, 10.30 Uhr
Jugend im Reichsarbeitsdienst
Frau Schmiedel berichtet über ihre Mutter, die 1943/44 im Reichsarbeitsdienstlager in Gellenbeck/Hagen tätig war. ZeitzeugInnen, die ebenfalls den Reichsarbeitsdienst absolviert haben und noch über diese Zeit berichten können, sind eingeladen, sich an der Veranstaltung zu beteiligen und gemeinsam mit Frau Schmiedel zu diskutieren.

Mittwoch, 14. Mai, 10.30 Uhr (Generalprobe)
Sonntag, 18. Mai, ab 10 Uhr (Internationaler Museumstag)
"Draußen vor der Tür"
Am Internationalen Museumstag lesen TeilnehmerInnen des "Forums Zeitgeschichte" für Gäste das Drama "Draußen vor der Tür". Es gehört zu den bekanntesten Stücken der deutschen "Trümmerliteratur". Der jung verstorbene Schriftsteller Wolfgang Borchert (1921–1947) schrieb das Stück 1946/47 in nur acht Tagen. Es thematisiert die erlebten Zerstörungen und Grausamkeiten des Krieges zu einem Zeitpunkt, als die Bevölkerung zu einer objektiven Auseinandersetzung mit dem Erlebten noch kaum fähig schien. Daher wählte Borchert bewusst seinen programmatischen Untertitel: "Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will". Die Generalprobe findet am Mittwoch 14. Mai um 10.30 Uhr statt.

Mittwoch, 28. Mai, 10.30 Uhr
"Geraubte Kindheit"
In der Nachkriegszeit wuchsen viele Kinder unter teilweise erniedrigenden Bedingun­gen in Heimen auf. Viele wurden geschlagen, gedemütigt und mitunter sexuell missbraucht. Hans-Jürgen Bevervörden (Jg. 1944), Landessprecher der "Ehemaligen Heimkinder Niedersachsen", berichtet über sein Schicksal als Heimkind dieser Zeit.

Mittwoch, 18. Juni, 10.30 Uhr
"Die Brücke"
Im Zuge der Reeducation richteten die Alliierten in den Besatzungszonen Informationszentren ein, die der deutschen Nachkriegsgesellschaft den Übergang in die Demokratie bahnen sollten – auch in Osnabrück. In der Veranstaltung sind ZeitzeugInnen gefragt, die sich noch an die "Brücke" bzw. an die 1955 nachfolgende "Brücke der Nationen" erinnern können; an britische und amerikanische Filme, den britischen Jugendoffizier und sonstige Erlebnisse mit Reeducation-Anstrengungen der Alliierten nach 1945. Die Erinnerungen werden gemeinsam diskutiert.


Mittwoch, 16. Juli, 10.30 Uhr
Rattenfänger – Über Verführung und Verführbarkeit junger Menschen in NS und Neonazismus (mit Dieter Beck, Osnabrück)
In der Veranstaltung diskutiert Dieter Beck nach einem Impulsreferat gemeinsam mit ZeitzeugInnen und SchülerInnen über Ursachen und Folgen ideologischer Verführung am Beispiel des Nationalsozialismus und des Neonazismus. Bereits am Donnerstag, 8. Mai 2014 hält Dieter Beck um 19.30 Uhr in der Villa Schlikker einen Vortrag über "Neonazismus".

Sommerpause August/September 2014

Mittwoch, 22. Oktober, 10.30 Uhr
Der Erste Weltkrieg im Familiennarrativ
Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Viele Familien waren von ihm betroffen: Väter und Söhne starben an der Front, wurden verletzt oder kehrten verwundet aus dem Krieg zurück. Gefragt wird nach Familiennarrativen aus der Zwischenkriegszeit, die in den Familien weitergegeben worden sind. Diese sollen mit entsprechenden Narrativen aus der Zeit nach 1945 verglichen werden.

Mittwoch, 26. November, 10.30 Uhr
Zwangsarbeit in Osnabrück
Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Deutschen Reich zahlreiche ZwangsarbeiterInnen eingesetzt. Die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft wurde als "Fremdarbeit" verbrämt. Auch in Osnabrück und in den landwirtschaftlichen Betrieben des Umlandes kamen tausende zum Einsatz. Bei Kriegsende standen sie als "Displaced Persons" vor einer ungewissen Zukunft. In der Veranstaltung wird nach Begegnungen und Erlebnissen mit ZwangsarbeiterInnen gefragt.

Mittwoch, 17. Dezember, 10.30 Uhr
Die Stadt als soziale Struktur
Eine städtische Gesellschaft ist durch bestimmt soziale Strukturen geprägt. Neben der "guten Wohngegend" gibt es das "Arbeiterviertel", neben Industrie- und Gewerbegebieten das kulturelle "Herz" der Stadt. Es wird damit der Versuch unternommen, mit Hilfe der Erinnerungen der ZeitzeugInnen ein soziales Profil der Stadt für die Kriegs- und die Nachkriegszeit zu erstellen.

 

Villa Schlikker

Heger-Tor-Wall 27/28
49078 Osnabrück


Ansprechpartner:

Dr. Thorsten Heese
Telefon: 0541 323-4435
(nur montags und mittwochs)

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