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Berufsausbildung 

Ausbildung und Beruf: "Ich werde Feuerwehrmann"

Aktueller Hinweis: Zurzeit sind keine offenen Stellen zu besetzen

Feuerwehrfrau mit einer Atemmaske
Nach getaner Arbeit
Feuerwehrleute werden für eine Übung angewiesen
Besprechung vor Ort
Zwei Feuerwehrleute üben das Bergen einer Person
Aufräumarbeiten
Feuerwehrleute sitzen in einer Kammer mit künstlichem Rauch
Übung  
"Die Vielfalt der Aufgaben in diesem Beruf ist einfach faszinierend. Jeden Tag kommt etwas anderes auf uns zu, und man weiß nie, was passiert." Helmut Wilker hat es geschafft: Nach 18-monatiger Ausbildung ist er seit kurzem Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück und darf jetzt "richtig löschen".

Hohe Hürden gibt es für Frauen und Männer, die zur Berufsfeuerwehr wollen. Sport, Allgemeinbildung und Schwindelfreiheit werden beim Eignungstest geprüft; Bewerber, die bereits in einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv waren oder ausgebildete Rettungssanitäter sind, bekommen Pluspunkte. Wer die Aufnahmeprüfung geschafft hat, dem stehen 18 Monate hartes Lernen bevor.

Der 31-jährige Helmut Wilker hat die Ausbildung ebenso erfolgreich abgeschlossen wie seine Kollegen Ralf Hellborn (32) und die 26-jährige Chi Bartel. Die gelernte Rettungsassistentin ist die erste Frau in der bisherigen Männerdomäne der Berufsfeuerwehr Osnabrück. "Ich mache meine Arbeit wie alle anderen und lege keinen Wert auf Sonderbehandlungen", unterstreicht sie.

Die gab es auch nicht bei der Ausbildung, als alle den Beruf von der Pike auf lernen mussten. "Um uns an die Atemschutzmasken zu gewöhnen, haben wir sie stundenlang getragen, sogar damit Fußball gespielt", berichtet Ralf Hellborn. Auch die Vollschutzanzüge, die bei Gefahrgutunfällen getragen werden, saßen bald wie eine zweite Haut.

Bei Hitze und Dunkelheit probten sie in alten Kellern und in der Atemschutzübungsstrecke den Ernstfall: Wie bekämpft man ein Feuer, wie rettet man Menschen aus Gefahr? Sie trainierten, wie man die Motorsäge handhabt, die Pumpe, die Drehleiter. Bei richtigen Einsätzen waren die Neulinge auch dabei - allerdings als zusätzliche Besatzung. "Wir haben den erfahrenen Kollegen bei mehreren hundert Handgriffen geholfen und dabei gelernt."
Ralf Hellborn erinnert sich an einen schrecklichen Unfall auf der Autobahn. Eine Frau war tot hinter dem Lenkrad ihres Autos eingeklemmt. "Ich sah einen leeren Kindersitz und konnte nur hoffen, dass wir nicht auch noch ein totes Kind finden werden."

Aber es gibt auch Einsätze, an die sich gern erinnert wird. "Es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber es war schön, einer Frau zu helfen, deren Hausschlüssel in einen Gully gefallen war", sagt Chi Bartel.

Nach der bestandenen Prüfung hat für die drei und ihre sechs Kameraden, die ebenfalls die Ausbildung geschafft haben, der Feuerwehralltag begonnen. Sie fahren im Rettungswagen zu Kranken und Verletzten, löschen Brände, pumpen vollgelaufene Keller aus, beseitigen Ölspuren auf Straßen und, und, und ...

In den kommenden Monaten haben sie aber noch einen erfahrenen Kollegen an ihrer Seite, der sie vor Gefahren warnen kann.

Einstellungsvoraussetzungen:

  • Abgeschlossene Schulausbildung
  • Handwerksberuf
  • Atemschutztauglichkeit
  • Sportliche Fitness

Bestandteile der Grundausbildung:

  • Atemschutzlehrgang
  • Maschinistenlehrgang
  • Sanitäterlehrgang
  • Drehleitermaschinistenlehrgang
  • Strahlenschutzlehrgang
  • Gefahrgutlehrgang
  • Technische Hilfeleistungslehrgänge
  • Bootsausbildung

Psychologische Aspekte:

Helfen wollen und helfen können, das ist ein wesentlicher Unterschied. In der Ausbildung zur Feuerwehrfrau/zum Feuerwehrmann werden junge Menschen sehr umfangreich und praxisnah fast bis zum Drill geschult, um gleichartiges und gemeinsames Handeln bei Einsätzen zu gewährleisten.
Doch oft wird von Menschen, die in den Feuerwehrberuf drängen, übersehen, dass seelische Belastungen sowie eine ständige nervliche Anspannung auch zu diesem Berufsbild gehören. Vielmehr noch: Die Belastungen für Körper und Psyche stellen in der Summe Anforderungen an die Eignung dar, die weit höher liegen als es durchschnittlich bei anderen Berufsbildern der Fall ist.

Untersuchungsergebnisse einer Studie einer größeren Berufsfeuerwehr in Deutschland belegen, dass sich spätestens nach zwölf Jahren im Beruf das Charakterbild einer Person maßgeblich ändert.

Beginnend bei dem zu leistenden Schichtdienst, der es erschwert, an geselligen Ereignissen wie Familienfeiern und Weihnachten teilzunehmen, sind es auch die sehr kurzen Alarmierungszeiten, die für Stress vor allem im Nachtdienst sorgen. Die Hauptursache liegt jedoch eindeutig in der Häufigkeit und Art der vielen Geschehnisse und Ereignisse bei Einsätzen. Wenn ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau oft unter hohem persönlichen Risiko Menschenleben und Sachwerte retten, werden sie mit Situationen konfrontiert, die uns "Normalbürgern" erspart bleiben.

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