Das Rathaus in Osnabrück.

Institut für Islamische Theologie (IIT) in Osnabrück eröffnet

Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses wurde am Dienstag, 30. Oktober, die Eröffnung des deutschlandweit größten Instituts für Islamische Theologie (IIT) an der Universität Osnabrück gefeiert. Prof. Dr. Bülent Uçar, Direktor des Institutes, sprach von einem bedeutungsvollen Tag für Osnabrück und die islamische Gemeinde in Deutschland. Es sei eine große Leistung aller Beteiligten aus Wissenschaft, Religion und Gesellschaft, dass dieses Projekt nun umgesetzt worden sei. Trotzdem sei ein religiöses Institut nur so gut, wie es in der Gemeinschaft der Gläubigen angesehen ist.

Es freue ihn daher sehr, dass das Institut erstklassig verbunden sei und unter den Gläubigen und Lehrenden gleichermaßen einen hervorragenden Ruf genieße. Deutschland sei im Bereich der islamischen Universitäten in Europa führend. Wissen über die Primärquellen und die nötige wissenschaftliche Reflexion sei die Grundlage für eine tiefgreifende Religionswissenschaft. Dies wolle das IIT leisten und damit dem Tiefgang der Religion Nachdruck verleihen. Ansonsten drohe ein Abgleiten in Flachheit oder unreflektierten Extremismus. Dies gelte es zu verhindern.

Oberbürgermeister Boris Pistorius betonte, dass seit nunmehr 364 Jahren der große Saal im Rathaus für den Frieden stehe. Eine Tradition in der auch der jahrelange Dialog der Religionen in Osnabrück stehe. "Menschen aus 140 Nationen leben friedlich miteinander, praktizieren einen lebendigen Dialog zwischen den Religionen." Der Dialog werde sicher auch im neuen Institut fortgeführt. Dazu gehöre aber auch der Umgang mit Kritik an Religionen. Auch hier gebe es Grenzen, zum Beispiel wenn es sich um Beleidigungen handle. Dennoch müsse auch ein religiöser Mensch mit Satire leben können. "Im besten Fall lacht man einfach mit", so Pistorius. Gewalt sei allerdings in keinem Fall eine Lösung.

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, freute sich ebenso über die erfolgreiche Einrichtung des Institutes. Es sei extrem wichtig, eine religiöse Bildung für die Muslime zu haben, ebenso wie sie bereits seit langem für Christen beider großer Konfessionen bestehe. Osnabrück habe sich in diesem Bereich schon früh gute Chancen gehabt. Die gute wissenschaftliche Arbeit in den theologischen Bereichen sei dabei genauso hilfreich gewesen wie die interkulturellen Studien, die schon seit Jahren in der Friedensstadt angesiedelt sind.


Zu Beginn der Veranstaltung hatten die Teilnehmer Friedensballons in den Osnabrücker Himmel steigen lassen als ein Zeichen des gemeinsamen Friedenswunsches der Religionen.

Den Stellenwert des IIT in der Welt zeigte die Anzahl hoher Würdenträger aus aller Welt, die nach Osnabrück gekommen waren: Grußworte sprachen Prof. Dr. Zaleha bz. Kamaruddin, Rektorin der Internationalen Islamischen Universität von Malaysia, Ass. Prof. Dr. Rahmi Yaran, Großmufti von Istanbul, Prof. Dr. Ismet Bušatlić, Dekan der Theologischen Fakultät, Universität Sarajevo, Avni Altıner, Vorsitzender des Landesverbandes der Muslime Schura Niedersachsen e.V. und
Yılmaz Kılıç, Vorsitzender des Landesverbandes DITIB Niedersachsen und Bremen e.V.

Kamaruddin betonte, dass es heute keine Staaten mit nur einer Religion gebe. Gemeinsames Leben und eine entsprechend offene und tolerante Gesellschaft sei daher notwendig und wünschenswert. Großmufti Yaran erinnerte an die gemeinsamen Wurzeln der drei großen Weltreligionen. Alle Propheten seien von Gott gesandt, um den Menschen die grundsätzlich gleichen guten Werte zu predigen. Deutschland sei tatsächlich ein Land der Ideen, so Bušatlić. Das zeige auch das neue Institut. Es sei aber nicht nur eine gute Idee, er sei sich auch sicher, dass sie mit der deutschen Gründlichkeit durchgeführt würde. Altıner freute sich über die Nähe der Menschen in Niedersachsen. So habe er kürzlich an einer Einführung eines Rabbiners teilnehmen dürfen. Das Miteinander lobte auch Kılıç. Das neue Institut sei ein Zeichen für das neue, gute Miteinander.

Mit Worten aus dem Koran waren die Feierlichkeit eingeleitet worden, mit Gebeten von islamischen, katholischen, evangelischen und jüdischen Geistlichen wurde sie beendet. Ein Beispiel für das friedliche und freundschaftliche Miteinander der Religionen in Osnabrück. Musikalisch Begleitet wurde der Nachmittag von Benjamin Stein.


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Rede Oberbürgermeister Boris Pistorius:

  • Eröffnung des Instituts für Islamische Theologie (IIT) am 30. Oktober 2012
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    Institut für Islamische Theologie (IIT) in Osnabrück eröffnet

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