Am 24. Mai 1994 unterzeichneten Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip und sein Amtskollege Ismail Özay, Bürgermeister aus Çanakkale, dieses Dokument. Als erste Stadt in Niedersachsen setzte Osnabrück damit Zeichen der Verständigung gegen wachsende Ausländerfeindlichkeit, insbesondere für die vielen Mitbürger aus der Türkei, die teilweise schon in der zweiten und dritten Generation hier leben und arbeiten. Sie empfinden Osnabrück als ihre Heimat.
Çanakkale liegt im Nordwesten der Türkei auf der europäischen Halbinsel Gelibolu sowie dem kleinasiatischen Festland. Wie Istanbul befindet sich die Stadt damit auf zwei Kontinenten: Europa und Asien. Çanakkale ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat zirka 70000 Einwohner.
Das Gebiet wurde bereits vor etwa sechstausend Jahren besiedelt, doch die eigentliche Geschichte von Çanakkale beginnt erst mit der Gründung von Troja.
In den Jahren 3000 bis 2000 vor Christi war die Stadt eines der berühmtesten Kulturzentren. Durch die wichtige Lage an der Meerenge der Dardanellen wurde die Region immer wieder von den verschiedensten Gruppen und Völkerstämmen erobert und besetzt. Dazu zählen Perser, Mazedonier, Hunnen, Osmanen, Katalanen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich hier ein reiches Handelszentrum. Der häufige Wechsel brachte es mit sich, dass ein ständiger Kulturaustausch und damit eine Vermischung der verschiedensten Kulturen stattfand. Im 15. Jahrhundert ließ Sultan Mehmet der Eroberer an der engsten Stelle der Meerenge auf beiden Seiten eine Burg errichten. Der Name der heutigen Provinz Çanakkale entstand durch die auf der anatolischen Seite errichtete Burg "Canak Kale" (Schüsselburg oder Topfburg).
Çanakkale und die Umgebung bieten nicht nur Erholung an den kilometerlangen Stränden mit ausgezeichneten Bedingungen für Wassersportler, Segler, Surfer und Taucher, sondern auch eine große Anzahl an Heilquellen und -bädern. Es existieren in der Stadt gute Übernachtungsmöglichkeiten, um von hier aus die vielen berühmten antiken Stätten wie Troja und Assos zu besuchen. Sehenswert sind das Archäologische Museum Çanakkale sowie das Militärmuseum und das Nusret Anit Museum in der "Cimenlik" Burg.
Die neu gegründete Universität in Çanakkale mit ihren Fachbereichen Architektur, Ingenieurwesen, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaft ist zur wichtigsten Ausbildungseinrichtung der Provinz geworden.
Haupterwerbszweig der Provinz ist die Landwirtschaft. Neben der Tourismusbranche zählen ein Tiefkühlkostunternehmen, eine Keramikfabrik sowie eine Weinbrandbrennerei zu den wichtigsten Arbeitgebern in Çanakkale.


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