Im evangelischen Osnabrück verhandelten die Abgesandten der protestantischen Reichsstände, die Kaiserlichen und die Schweden, deren junge, friedliebende Königin Christine durch ihr persönliches Eingreifen die Verhandlungen beschleunigte.
Im katholischen Münster verhandelten der Kaiser, die katholischen Reichsstände, Frankreich, Spanien und die Niederlande, ebenso Abgesandte der Schweiz. Hier bediente man sich zur Erleichterung der Verhandlungen der Vermittlung des päpstlichen Nuntius Fabius Chigis (später Papst Alexander VII.) und des Venezianers Alvise Contarini.
Etwa 150 Gesandtschaften aus dem Reich und ganz Europa unterzubringen und zu versorgen, stellte die beiden Städte vor große Probleme, zumal es ein Teil der Verhandlungsstrategie - insbesondere der größeren Höfe - war, durch Glanz und aufwändige Repräsentationen die Verhandlungspartner zu beeindrucken. So führten viele Gesandtschaften einen ganzen Hofstaat mit.
In den beiden neutralisierten Friedensstädten wurde jahrelang - meist im kleinen Kreis - intensiv beraten. Auch der Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses war 1645 zeitweise Verhandlungsort. In Osnabrück wurde dann im Sommer 1648 ein wichtiger Durchbruch erzielt: Am 8. August wurde im Gesandtschaftssaal des schwedischen Prinzipalgesandten Oxenstierna, der mit seiner großen Gesandtschaft an der Großen Domsfreiheit residierte, das nach Osnabrück benannte Friedenswerk, das "Instrumentum pacis Caesareo-Suecicum sive Osnabrugense" zwischen dem Kaiser, den Reichsständen und der Krone Schwedens abgeschlossen.
Nachdem in Münster auch der Frieden zwischen dem Kaiser und Frankreich ausgehandelt war, schritt man am 24. Oktober 1648 zur Unterzeichnung der beiden Friedensverträge. Der in Münster anwesende Osnabrücker Bürgermeister Schademann und der Syndikus der Stadt Bögers brachten am 25. Oktober die Botschaft nach Osnabrück.
Die Friedensverträge beendeten den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland. Der Osnabrücker Friedensvertrag beinhaltete die Gleichberechtigung der nunmehr drei Konfessionen und sicherte einen dauerhaften religiösen Frieden. Er schuf zudem für das Reich eine Verfassung, die bis zu dessen Auflösung im Jahre 1806 Gültigkeit behielt.





