Dazu heißt es in neuhochdeutscher Übertragung, "dass ein jeder unserer Bürger, der eine eigene Herdstelle innerhalb Osnabrücks hat, ohne diejenigen, die im Rat gesessen haben, alljährlich am Tag nach Neujahr auf das Rathaus gehe, wo man die Schöffen (Ratsherren) wählen soll, sobald die Glocke läutet. Wer das nicht tut, den soll man mit drei Schillingen Osnabrückischer Münze bestrafen, wie es der Stadt altes Recht ist".
Die Sate wurde alljährlich am Handgiftentag vom Stadtschreiber vor der versammelten Bürgerschaft verlesen. Dass die Wahl vollzogen sei, verkündete eine Glocke der benachbarten Kirche St. Marien.
Auch wenn am Handgiftentag, der in der heutigen Zeit am ersten Werktag im Jahr begangen wird, keine Wahlen mehr stattfinden und für Abwesenheit keine Strafe mehr fällig ist, hat die Begegnung nach wie vor eine einzigartige Bedeutung. Der Tradition folgend befasst sich der Oberbürgermeister mit den Zukunftsperspektiven der Stadt. So wird die Stadtgeschichte "fortgeschrieben". Alle Beteiligten bekräftigen den guten Willen, sich für die Stadt zu engagieren, indem sie sich die Hände reichen.






