Die Sozialarbeiter dieses Fachdienstes werden zunehmend mit Hinweisen auf akute Kindeswohlgefährdung konfrontiert: Mütter und Väter bitten von sich aus um Hilfe, da sie sich überfordert fühlen. Auch aus dem jeweiligen Familien- und Freundeskreis sowie der Nachbarschaft, Kindertagesstätten und Schulen erhalten die Sozialarbeiter Meldungen. Neben der Hilfeleistung in akuten Fällen durch den Sozialen Dienst hat die Prävention einen hohen Stellenwert, um Kindesmisshandlung und -vernachlässigung zu vermeiden. Daher ist die Stadt Osnabrück bereits seit vielen Jahren gemeinsam mit der Stiftung "Eine Chance für Kinder" aktiv und hat im Fachdienst Familie - Sozialer Dienst die "Frühen Hilfen" eingerichtet. Hierbei handelt es sich um die "Familienhilfe für junge Mütter" (Hebammenprojekt) und die "Jugend- und Gesundheitshilfe in Familien mit Kleinstkindern". Diese Hilfsangebote haben aufsuchenden Charakter, das heißt die Hilfe wird in der Wohnung der Familien geleistet. Weiteres wesentliches Merkmal ist die enge Verzahnung von Gesundheits- und Jugendhilfe.
Im Rahmen der niedersächsischen Kinderschutzkonferenz wurde ein Arbeitskreis mit dem Auftrag gebildet, sogenannte Best-Practic-Beispiele zur Früherkennung und Vermeidung von Vernachlässigung und Misshandlung in Niedersachsen zusammenzutragen. Die beiden Osnabrücker präventiven Hilfsangebote wurden hierbei als Beispiele guter und gelungener Praxis bewertet und als Anregung gegeben für eine weitere Qualifizierung des Kinderschutzes. Veröffentlicht sind die ausgesuchten Beispiele zur Früherkennung und Vermeidung von Vernachlässigung und Misshandlung in der Broschüre "Kinderschutz in Niedersachsen" des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit. Einzelexemplare sind erhältlich beim Fachdienst Familie - Sozialer Dienst, Frühe Hilfen, Telefon: 323-2295, oder können eingesehen und angefordert werden unter www.ms.niedersachsen.de.





