Das Rathaus in Osnabrück.

Concerts Remarquables

Legenden der Leidenschaft

Große Musik ist eine Welt großer Gefühle, mitgeteilt in geheimnisvoller Sprache. Komponisten gelten deswegen als auserwählte Menschen. Auch, weil sie ihr Leben an die Musik verschwenden und dafür auf bürgerliches Glück oft verzichten. Sie leben ihre Leidenschaften auf andere Weise aus und lassen uns Zuhörende großzügig daran teilnehmen. Davon berichtet das Autorenpaar Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse Abend für Abend in wohlgestalteter Rede, Hand in Hand mit meisterlich dargebotener Musik.

Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse
Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse

Spielräume, Ernstfälle

22. September 2014
„So ganz der Ton des empfindsamen Herzens“
Im kleinen Schwarzen mit dezentem Silberschmuck: Madame la Clarinette

Nein, sagt sie, eigentlich habe sie es nicht nötig, sich vorzustellen. Immerhin sei sie eines der nobelsten Instrumente des Orchesters. Auch als große Dame der Kammermusik habe sie seit langem schon einen makellosen Ruf … weswegen also die Peinlichkeit, sich bekannt machen zu müssen?
Aber dann tut sie es doch. Erzählt von sich, ihrer Herkunft, ihrer Ahnenreihe. Besonders gern von diversen Bekanntschaften … wie sie Mendelssohn begegnet, Carl Maria von Weber, Alban Berg oder Johannes Brahms. Vornehmlich diesen älteren Herren schließt sie in ihr Klarinetten-Herz, weil der sie mit weisen Alterswerken bedenkt, z.B. dem Klarinetten-Trio und beiden Sonaten, davon sie die zweite in f-Moll zum Besten geben wird … so ganz im Ton ihres empfindsamen Herzens.

Allan Ware, Klarinette
Wolfgang Mechsner, Klavier

24. November 2014
„Komponieren ist der wesentliche Teil meiner Existenz“
Sergej Rachmaninow, Gentleman am Klavier

Wenn es um melodische Süße geht, um feinfühlige Poesie und leidenschaftliche Dramatik, führt Sergej Rachmaninow das erste Wort. Wie kein anderer entlockt er den Klaviertasten verführerische Klänge, schmelzende Gesänge und elektrisierende Rhythmen. Das hat ihm nicht immer Hochachtung eingetragen bei denen, die seine Musik für zu parfümiert hielten.
Doch Rachmaninow war als Komponist immer eine ehrliche Haut, immer ein bekennender Russe, immer ein Verfechter des noblen pianistischen Gesangs. Und immer ein bescheidener Mensch, dem es um nichts anderes ging als um musikalische Schönheit. Mit anderen Worten: ein vornehmer romantischer Prophet.

Tatiana Prushinskaya, Klavier

19. Januar 2015
„Fürwahr, ein Liebling der Götter!“
Feuerwerke der Virtuosität auf 88 Tasten

Wenn die Super-Stars am Klavier auftraten, kreischte das Publikum, fielen die Damen in Ohnmacht, fanden die Musikkritiker kaum die passenden Worte. Nichts hat die Massen derart fasziniert wie das rasend schnelle Spiel der Finger, die gewaltige Sprungkraft der Hände, die Klangfeuerwerke zwischen lyrischem Gewisper und krachendem Donner. Man bestaunte die pianistische Artistik, das olympische Schneller-Höher-Weiter.
Doch das ist nicht alles, wie unser abenteuerlicher Streifzug durch die Virtuosen-Landschaft zeigen wird. Seit Domenico Scarlatti und Carl Philipp Emanuel Bach hat die Virtuosenkunst Türen geöffnet zu ganz unbekannten Klangwelten: zu dämonischen, gespenstischen, poetischen, märchenhaften, grotesken oder traumschönen Impressionen. Beethoven, Schumann, Mendelssohn, Czerny, Chopin, Liszt, Prokofjew und Balakirew lassen bitten.

Henri Sigfridsson, Klavier


16. März 2015
„ … weye hiermit in tiefster Unterthänigkeit ein Musicalisches Opfer“
Seiner Majestät dargebracht von Johann Sebastian Bach
Protokoll einer königlichen Kränkung

Die wunderbare Einladung des jungen Königs Friedrich II. aus Potsdam an den alten Kantoren Johann Sebastian Bach in Leipzig: er möge seine erstaunlichen Künste zeigen. Für wenige Tage betritt ein König der Musik aus der Provinz die Weltbühne eines Königs der Preussen. Vernimmt dessen Flötenthema und verarbeitet es in zwei Fugen, zehn Kanons und einer galanten Trio-Sonate. Hofft, dass er mit solchen Beweisen seiner großartigen Kunst vielleicht wieder eine Anstellung bei Hofe finden könnte, dass nun Schluss sei mit der elenden Kirchenmusik-Schinderei in diesem lausigen Leipzig.
Ein „Musikalisches Opfer“ für einen jungen König, gewissermaßen ein Bewerbungsschreiben. Was hat Friedrich der Große damit gemacht? Hat er es erhört, zu würdigen gewusst? Wie hat er es dem alten Bach gelohnt? Soviel sei verraten: Johann Sebastian Bachs Opfergang nach Potsdam nimmt ein schmähliches Ende. Was gilt dem großen König die Ordnung einer Fuge gegen die Ordnung einer Schlacht?

Stephan Lutermann and his Friends


4. Mai 2015
„Schläft ein Lied in allen Dingen ...“
Eine romantische Suche nach der blauen Blume

Romantische Musik … man denkt, sie besinge schöne Träume, zehrende Sehnsucht, schmachtende Liebe, Waldeinsamkeiten, Nachtgedanken oder Erinnerungen an gute alte Zeiten. Beschwöre das Unnennbare, fahnde nach Geheimnissen oder spende milden Trost. Es scheint, als sei die Romantik eine Bewegung des schwärmenden Aufbruchs, des kühnen Ausbruchs, der neuen Freiheit.
Das täuscht. Romantik ist eine Zeit des großen Irrtums, die blaue Blume bleibt unauffindbar. Stattdessen finden sich Ängste und Verzweiflung, Ratlosigkeit und Ungereimtes. Bei ihrer Fahrt ins Land der Träume kommen die Romantiker nirgendwo an, nur bei sich selbst, wo ihnen das Unterbewusste schaudernd bewusst wird … eine frühe Form der Psychoanalyse. Dieses Grauen hat auch in die romantischen Musik ihre tiefen Spuren gegraben, z.B. in Schuberts „Wanderer-Fantasie“ mit der bitteren Erkenntnis „Dort, wo Du nicht bist, dort ist das Glück“.

Matthias Kirschnereit, Klavier


8. Juni 2015
„Eine gewisse Laune und Spielhaftigkeit“
Von den Klavierkünsten des Georg Friedrich Händel

Den großen Georg Friedrich Händel zu portraitieren ist nicht leicht, dazu brauchte man viele Szenen aus seine Opern und Oratorien. Doch glücklicherweise steckt der ‚ganze’ Händel auch in seinen zahlreichen Klaviersuiten. Weniger verraten sie dieses oder jenes aus seinem bunt bewegten und arbeitsreichen Leben. Vielmehr geben sie wertvolle Hinweise auf die besondere Art seines musikalischen Denkens: die weichen Rundungen seiner Melodiegestalten, das Verhältnis von Komposition und Improvisation, den harmonischen Erfindungsreichtum, die überquellende Phantasie in den Variationen, seine glänzende Pianistik, nicht zuletzt das besondere Temperament dieser in jeder Hinsicht barocken Figürlichkeit namens Georg Friedrich Händel.
Als Besonderheit dieses Abends kommen die Auskünfte unseres Solisten hinzu. Er möchte erläutern, wie und warum Händels Klaviersuiten zu spielen seien im Spannungsfeld zwischen historischer Aufführungspraxis und moderner Interpretationskunst.

Henri Sigfridsson, Klavier

Weitere Informationen:
 

Steigenberger Hotel Remarque

Natruper-Tor-Wall 1
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 6096-0
Fax: 0541 6096-600

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