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Stadtgespräche 

Stadtgespräche

Geschichte und Geschichten im Kulturgeschichtlichen Museum der Stadt Osnabrück

Justus Möser (1720–1794). Idealisiertes Altersbild
Justus Möser (1720–1794). Idealisiertes Altersbild
Wer hat den Hut auf? Junge Frauen mit Pickelhaube und Zylinder (Osnabrück um 1900)
Wer hat den Hut auf? Junge Frauen mit Pickelhaube und Zylinder
Mösers Tochter Jenny von Voigts (1749–1814)
Mösers Tochter Jenny von Voigts (1749–1814)
Die Osnabrücker Arbeiterin Anna Jahreis in der Granatendreherei des Stahlwerks (1918)
Osnabrücker Arbeiterin Anna Jahreis in der Granatendreherei
„Dem Schöpfer des Deutschen Reiches“. Medaille zu Bismarcks 100. Geburtstag (1915)
„Dem Schöpfer des Deutschen Reiches“. Medaille zu Bismarcks 100. Geb.
Vergangene individuelle Schicksale und Lebenswege halten Interessantes für das eigene Verständnis sowohl historischer als auch gegenwärtiger gesellschaftlicher Prozesse bereit. Vor diesem Hintergrund präsentieren die diesjährigen "Stadtgespräche", die das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Museums- und Kunstverein Osnabrück veranstaltet, ausgewählte Biografien aus vier Jahrhunderten Osnabrücker Geschichte.

Stadtgespräche 2014/15
Geschichte und Geschichten
im Kulturgeschichtlichen Museum der Stadt Osnabrück

In Zusammenarbeit mit dem Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V.

Osnabrücker Männer- und Frauengeschichte(n) im Stadtgespräch

Machen Männer Geschichte? Steht hinter jedem großen Mann eine starke Frau? Jenseits allgemeiner Klischees ist die Kategorie „Geschlecht“ für unser historisches Verständnis gesellschaftlicher Entwicklungen und individueller Lebenswege von außerordentlichem Interesse – und spannend dazu. In der aktuellen Reihe der „Stadtgespräche“, die das Kulturgeschichtliche Museum der Stadt Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. veranstaltet, sollen an ausgewählten Beispielen Fragen sozialer Rollenmuster und persönlicher Identität von Mann und Frau diskutiert werden.

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum
Justus Möser und der Hollandgang
Martin Siemsen
Im 18. Jahrhundert war die saisonale Arbeit in Holland für viele Menschen aus Nordwestdeutschland eine finanzielle Notwendigkeit. Anders als in benachbarten Territo¬rien, in denen diese Form der Erwerbstätigkeit durch Verbote unterbunden werden sollte, ließ die Osnabrücker Regierung unter dem Einfluss Justus Mösers (1720–1794) den „Hollandgang“ zu. Die Debatte um diese Verbotspolitik wurde überregional geführt, nachdem Möser sie im Osnabrücker Intelligenzblatt angestoßen hatte. Seine Argumente erscheinen erstaunlich modern und zeigen ein realistisches Menschenbild, das den mündigen Bürger und nicht den Untertan in den Mittelpunkt stellt.

Mittwoch, 26. November 2014, 16:30 Uhr, Villa Schlikker
„... zur Rettung des Vaterlandes“ – 1814 entstand der erste Frauenverein
Thorsten Heese
Vor 200 Jahren beginnt die Geschichte der Osnabrücker Frauenvereine. Während der „Befreiungskriege“ folgten mehrere adelige Frauen dem Appell an ihren Patriotismus und gründeten am 21. Februar 1814 einen wohltätigen „Frauen-Verein“. Trägt diese Gründung neben (oder trotz?) ihrer nationalen Prägung auch emanzipatorische Züge? Und welchen Weg nahm die Geschichte der Osnabrücker Frauenvereine nach 1814?

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum
„Eine vergessene Freundin Goethes?“ Jenny von Voigts zum 200. Todestag
Peter Wortmann
Am 29. Dezember 1814 starb Justus Mösers Tochter Jenny. Wer war diese Frau, und wie sind ihre Persönlichkeit und ihre Leistungen zu beurteilen? War sie lediglich die Tochter eines berühmten Vaters und „eine vergessene Freundin Goethes“ (Ludwig Bäte)? Oder war sie eine eigenständige Persönlichkeit, die individuelle Akzente zu setzen in der Lage war? Und wenn ja, dann in welcher Hinsicht? Wird sie vernachlässigt oder ist sie zu vernachlässigen? Ein Versuch der Annäherung an Jenny von Voigts (1749–1814) anlässlich ihres 200. Todestages.

Mittwoch, 18. Februar 2015, 16:30 Uhr, Villa Schlikker
Frau sein im Ersten Weltkrieg
Thorsten Heese
Krieg klingt nach „Mann“. Doch Konflikte wie der Erste Weltkrieg wären ohne den vielseitigen Einsatz von Frauen kaum vorstellbar. Während die Männer im Schützengraben an der Front die Stellung hielten, „kämpften“ die Frauen an der „Heimatfront“. Übernahmen Frauen zunächst gemäß der ihnen zugeschriebenen Rolle des gefühlvollen „Weibes“ eher helfende und pflegende Aufgaben, mussten sie mit zunehmender Kriegsdauer die an die Front eingezogenen Männer ersetzen: als Schaffnerinnen, Postbotinnen und in der Rüstungsproduktion. Dieser Rollenwechsel sollte das etablierte Verhältnis zwischen Mann und Frau nachhaltig verändern.

Mittwoch, 18. März 2015, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum
Ein Ehrenbürger Osnabrücks – Otto von Bismarck und der Erste Weltkrieg
Rainer Bendick
Am 1. April 1885 wurde Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898) anlässlich seines 70. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht der Stadt Osnabrück verliehen. 1915, mitten in der hitzigen Zeit des Ersten Weltkriegs, wurde sein 100. Geburtstag dazu genutzt, um den „Schöpfer des Deutschen Reiches“ propagandistisch noch einmal zu „reanimieren“. Was Bismarck wohl dazu gesagt hätte? Eine Einschätzung aus Anlass seines 200. Geburtstages.

Mittwoch, 29. April 2015, 16:30 Uhr, Villa Schlikker
„In Treue fest!“ – Männer zwischen Patriotismus und Peergroup
Thorsten Heese
Kriegervereine entstehen im Rahmen der deutschen Reichsgründung von 1871. Die Folge von drei militärischen Siegen in den „Reichseinigungskriegen“ verleiht dem Militär im deutschen Kaiserreich eine herausragende Stellung. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges sind die Kriegsveteranen und Reservisten unverzichtbare Multiplikatoren des Patriotismus und des Nationalismus mitten im Zentrum der wilhelminischen Gesellschaft. Mit der gänzlich veränderten Kriegserfahrung der Soldaten von 1914/18 wird die soldatische Kameradschaft in der Weimarer Zeit zur „seelischen Krücke“ der vielfach gebrochenen Weltkriegsteilnehmer.

Mittwoch, 27. Mai 2015, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum
„angenehme vorstellungen machen mir schon manches Vergnügen“ – Justus Mösers Frau „Jule“ in ihren Briefen
Nadine Frobitter
Am 25. Oktober 1746 heiratete Regina Juliana Elisabeth Brouning (1716–1787), „eine der besten Partien der Stadt“, in der Katharinenkirche Justus Möser. Sie pflegte in der Ehe hauptsächlich die Korrespondenz mit der Verwandtschaft. Ihre bisher unveröffentlichten Briefe an Mösers jüngere Schwester Ernestine Juliane (1729–1765) und deren Mann Johann Georg Friderici (1719–1790) geben einen Einblick in das familiäre Wirken, die Verbindungen und den Charakter der Briefschreiberin. Liebevoll, mitunter verzweifelnd, gottergeben sowie bisweilen überraschend humorvoll und direkt erleben wir die Frau an Mösers Seite.

Kulturgeschichtliches Museum
Felix-Nussbaum-Haus
Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück
Telefon 0541 / 323 22 07
Telefax 0541 / 323 27 39
museum@osnabrueck.de

Museums- und Kunstverein
Osnabrück e.V.
Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück
Telefon 0541 / 600 34 20
Telefax 0541 / 600 34 21
museums-kunstverein@osnanet.de

Jede Einzelveranstaltung kostet 2 Euro (alle sieben Termine 10 Euro). Mitglieder Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. können kostenfrei teilnehmen.

Weitere Informationen:
 
Öffnungszeiten:
dienstags bis freitags 11 bis 18 Uhr
samstags und sonntags 10 bis 18 Uhr

Kulturgeschichtliches Museum und Felix-Nussbaum-Haus

Lotter Straße 2
49078 Osnabrück

Telefon: 0541 323-2207
Fax: 0541 323-2739

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