Bereits um 1200 wurde am Haseufer entlang des Hasetorwalls eine steinerne Stadtmauer gezogen. Auf einen Ausbau verzichtete man zunächst, doch bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand eine zweite, etwa eineinhalb Meter dicke vorgelagerte Mauer. Wo heute der Barenturm steht, errichtete man eine kreisförmige Bastion mit etwa drei Meter dicken Wänden.
Wahrscheinlich im 15. Jahrhundert stieg der Verteidigungswert der gesamten Anlage durch den Bau der Hohen Brücke. Ein Zierstein nennt als Baujahr 1564, doch die Entstehungsgeschichte legt nahe, dass sie wesentlich früher errichtet wurde. Ein Gang innerhalb der Brücke verband sie mit dem geschützten Raum innerhalb der Stadtmauern.
1471 wurde schließlich der Barenturm gebaut. Fünfgeschossig präsentiert er sich, und die Schießscharten in den oberen Geschossen zeigen, dass hier offenbar die größte Zahl an Kanonen in der Stadt stand.
Nachdem die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges die Stadt nach dreijähriger Belagerung 1633 besetzt hatten, bauten sie die Wehranlage aus. Hinter dem Barenturm errichteten sie die dreigeschossige Vitischanze.
Nach der Entfestungsphase Ende des 19. Jahrhunderts wurde in den oberen drei Geschossen des Barenturms ein Restaurant eingerichtet. Die unteren Geschosse blieben zunächst unangetastet, wurden aber während des Zweiten Weltkriegs als Schutzbunker benutzt.
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